Der Start des Vierten Lockdowns hatte nur geringe Auswirkungen auf Tagesablauf und Mediennutzung der Österreicher*Innen.

Seit Montag 22.11. wurde in Gesamt-Österreich wieder ein „Lockdown“ verhängt. Im Gegensatz zum Vorjahr lässt sich jedoch erkennen, dass dieser geringere Auswirkungen auf das alltägliche Leben der Menschen im Land hat als vergleichbare Lockdowns früher.

[m]Science, die Research-Expert*Innen der GroupM, haben sich unterschiedlichste Kurzfrist-Indikatoren angesehen, um die Auswirkungen der Maßnahme auf den Alltag und natürlich auch auf die Erreichbarkeit der Konsument*Innen durch Werbekampagnen in unterschiedlichen Kanälen abzuschätzen. Fazit: Die Menschen haben sich anscheinend an Lockdowns gewöhnt bzw. versuchen ihren Alltag so gut als möglich weiter zu führen.

So zeigen die Mobilitätsdaten von Apple für die ersten drei Tage des Lockdowns zwar einen kleinen „Knick“ nach unten, fallen jedoch eindeutig nicht unter die Werte des Vorjahres – und sind schon gar nicht mit dem deutlicher sichtbaren ersten Lockdown vergleichbar:

Damit bleiben auch die Auswirkungen auf die Mediennutzung gering:

Im klassischen TV konnte man die Auswirkung des 1. Lockdowns noch sehr deutlich sehen durch einen deutlichen Anstieg der TV-Nutzung:

Auch der 2. Lockdown brachte noch einen Anstieg an TV-Nutzungsminuten von 7,7% im Vergleich zur Vorwoche. In den ersten drei Tagen des aktuellen Lockdowns wurde dabei nur ein (vorläufiges) Plus von 2,5% gemessen (was auch durch das schlechtere Wetter verursacht sein könnte.).
(Quelle AGTT/GFK, Nutzungsminuten TV Gesamt 12-49, vorl. gew)

Auch die Tageszeitungen und hier speziell die Gratis-Medien haben aus den vergangenen Lockdowns ihre Lektionen gezogen und entsprechend Strategien entwickelt. So hatte „Heute“ nach dem 1.HJ wieder spürbar wachsende Nachfrage und damit verbundene Auflagensteigerungen. Auch weil sie ihre Entnahme-Boxen strategisch weg von Öffi Standorten hin zu Standorten im stationären Lebensmittelhandel ausgebaut haben, um weiterhin ihre Leser*Innen zu erreichen.

Aktuell haben wir direkt von „Heute“ erfahren, dass sie „im öffentlichen Bereich (auch dank zahlreicher Lockdown-Ausnahmen) weiterhin eine hohe Frequenz und damit verbunden eine hohe Zeitungsentnahmefeststellen.

Auch von einem unserer Partner im OOH Bereich, der Gewista haben wir eine spannende Auswertung erhalten, die den immer geringeren Effekt auf die Mobilität von Lockdown zu Lockdown zeigt:

Quelle: Complexity Science Hub (Vienna)

Unnötig zu sagen, dass die Digitalnutzung durch den Lockdown noch gestiegen ist, aber auch das Interesse (hier am Suchinteresse bei Google für „online bestellen“) erreicht längst nicht das Niveau der alten Lockdowns.

Dies ergibt sich auch aus den offiziellen Rahmenbedingungen: diesmal wurden die Schulen nicht geschlossen und Home-Office weiterhin nur als Empfehlung ausgesprochen, was dazu geführt hat, dass zumindest 70% der Schülerinnen und Schüler zum Präsenzunterricht kommen, sowie ein deutlich höherer Anteil der arbeitenden Bevölkerung sich wie gewohnt morgens auf den Weg zur Arbeit oder zumindest zum Einkaufen macht.

Ad Einkaufen: es gibt in Österreich rd. 400k Handelsangestellte, davon sicherlich der überwiegende Anteil im Bereich des täglichen Bedarfs – aber auch andere Firmen benötigen ihre Mitarbeiter*Innen vor Ort, um Click & Collect zu betreuen.

Dazu kommen alle, die Präsenzdienst leisten müssen (Pflege, Produktion, Logistik, usw.) bzw. Gastronomie die Lieferservice bedienen – einige sind in Kurzarbeit, aber insgesamt sind viele dennoch unterwegs.  

Summary:

Der aktuelle Lockdown zeigt zum Start nur geringe Auswirkungen auf die Mediennutzung der Österreicher*Innen und wir erwarten im weiteren Verlauf des Lockdowns noch weniger bis gar keine negativen Einflüsse auf den Medienkonsum.

Wir hoffen sehr, dass die Maßnahmen trotzdem rasch positive Wirkung gegen die Pandemieentwicklung zeigen und die Belastung der Spitäler zurückgeht.

Bleiben Sie sicher und gesund!

Wenn sie mehr über die Medien Nutzung der Österreicher*Innen erfahren wollen, kontaktieren Sie uns jederzeit gerne:

Christian Müller
Head of [m]Science

christian.mueller@groupm.com